Best Practices für die Erstellung wirksamer Arbeitsanweisungen

Arbeitsanweisungen sind ein zentrales Instrument für stabile, sichere und effiziente Abläufe im operativen Alltag. Sie übersetzen übergeordnete Prozesse und Verfahrensanweisungen in konkrete, ausführbare Schritte und schaffen damit Klarheit für Mitarbeitende direkt am Arbeitsplatz. Gut strukturierte und praxisnah entwickelte Arbeitsanweisungen reduzieren Fehler, sichern Qualität, beschleunigen die Einarbeitungszeit und ermöglichen gleichzeitig kontinuierliche Verbesserung durch standardisiertes, nachvollziehbares Arbeiten.

1. An der Hierarchie ausrichten

Arbeitsanweisungen sollten stets auf die relevante Verfahrensanweisung (SOP) und den zugehörigen Prozess verweisen. Diese Rückverfolgbarkeit stellt sicher, dass jede Tätigkeit zur Unterstützung übergeordneter Geschäftsziele und einheitlicher Arbeitsweisen ausgeführt wird.

2. Am Arbeitsplatz und mit den Endanwendern entwickeln

Beobachten Sie den Prozess in der Praxis: Erstellen Sie Entwürfe dort, wo die Arbeit tatsächlich stattfindet, und arbeiten Sie mit den Personen zusammen, die die Aufgabe ausführen. So wird sichergestellt, dass die Anweisungen praxisnah, umsetzbar und unter realen Bedingungen verständlich sind.

3. Eine standardisierte, klare Struktur verwenden

Eine wirksame Arbeitsanweisung umfasst in der Regel:

 

  • Titel und Ziel: Klare Benennung der Aufgabe und des erwarteten Ergebnisses.
Titel und Ziel

 

 

  • Geltungsbereich und Anwendbarkeit: Festlegen, wer die Anweisung nutzt und wann.
Geltungsbereich und Anwendbarkeit
  • Werkzeuge und Materialien: Vollständige Auflistung aller benötigten Hilfsmittel.
Werkzeuge und Materialien

 

  • Sicherheit und Vorsichtsmaßnahmen: Hervorhebung von Gefahren, persönlicher Schutzausrüstung und zentralen Sicherheitsmaßnahmen.
Sicherheit und Vorsichtsmaßnahmen

 

 

 

  • Schritt-für-Schritt-Anleitung: Jeder Schritt als einfache, umsetzbare Anweisung in der exakt erforderlichen Reihenfolge. Nummerierte oder Aufzählungslisten verwenden und lange Absätze vermeiden.
Schritt-für-Schritt-Anleitung

 

 

 

 

  • Visuelle Hilfsmittel: Kommentierte Fotos, Diagramme oder Videos integrieren, um komplexe Schritte zu verdeutlichen.
Wichtige Punkte und Begründungen

 

 

 

  • Wichtige Punkte und Begründungen: Das „Warum“ hinter kritischen Schritten erläutern, insbesondere bei qualitäts- oder sicherheitsrelevanten Aspekten.
Visuelle Hilfsmittel

 

 

 

  • Qualitätskontrollen: Prüfungen, Messungen oder einzuhaltende Standards während der Durchführung beschreiben.
Qualitätskontrollen

 

 

 

 

  • Fehlerbehebung und FAQs: Hinweise zu häufigen Fehlern oder Ausnahmefällen aufnehmen. 

4. Einfache, handlungsorientierte Sprache verwenden

Einfache, handlungsorientierte Sprache verwenden

 

Formulieren Sie knapp und nutzen Sie aktive Verben, zum Beispiel „Grünen Knopf – drücken“ statt „Der Knopf sollte gedrückt werden“. Vermeiden Sie Mehrdeutigkeiten, unnötigen Fachjargon oder überladene Schritte.

5. Anweisungen zugänglich und visuell gestalten

Stellen Sie sicher, dass Arbeitsanweisungen am Einsatzort leicht auffindbar sind, entweder digital oder als QR-Code in physischer Form.

Priorisieren Sie eine klare visuelle Darstellung mit gut beschrifteten Diagrammen, Vorher-Nachher-Fotos und deutlich abgegrenzten Schritten.

Anweisungen zugänglich und visuell gestalten

6. Feedback und kontinuierliche Verbesserung fördern

Feedback und kontinuierliche Verbesserung fördern

Binden Sie Mitarbeitende regelmäßig in die Überprüfung, Erprobung und Weiterentwicklung der Anweisungen ein.
Aktualisieren Sie Arbeitsanweisungen häufig, insbesondere nach Prozessänderungen, Problemen oder Verbesserungsprojekten. Arbeitsanweisungen sind lebende Dokumente.

7. Schulung und Einhaltung sicherstellen

Integrieren Sie Arbeitsanweisungen in Schulungsprogramme für neue und bestehende Mitarbeitende. 
Überprüfen Sie regelmäßig Nutzung und Einhaltung, um sicherzustellen, dass die Anweisungen wirksam sind und im Arbeitsalltag befolgt werden.

Schulung und Einhaltung sicherstellen

Beispiel für eine Vorlage

Abschnitt

Beschreibung

Titel

„Filterwechsel an Maschine X“

Ziel

Sicherstellung eines korrekten, sicheren und termingerechten Filterwechsels

Geltungsbereich

Gilt für alle Bediener der Schichten A und B bei der wöchentlichen Wartung

Werkzeuge/Materialien

Filter Typ Z, 10-mm-Schlüssel, Handschuhe

Sicherheitsmaßnahmen

Strom abschalten, Lockout/Tagout (LOTO), Handschuhe tragen

Schritt-für-Schritt-Aufgaben

1. Maschine ausschalten 

2. Abdeckung entfernen 

3. Alten Filter herausschrauben 

4. Neuen Filter einsetzen

Visuelle Hilfsmittel

Kommentiertes Foto mit Position des Filters

Qualitätskontrollen

Vor dem Neustart sicherstellen, dass der Druckwert im grünen Bereich liegt

Fehlerbehebung

Falls sich der alte Filter nicht lösen lässt, Vorgesetzten kontaktieren

Zusammenfassung: Richtlinien zur Erstellung von Arbeitsanweisungen

Prinzip

Maßnahme

Kontextabgleich

Bezug zu Verfahren und Prozessen herstellen, Zweck und Geltungsbereich benennen

Einbindung der Anwender

Gemeinsame Erstellung am Arbeitsplatz mit den Bedienern

Strukturierte Detaillierung

Titel, Geltungsbereich, Werkzeuge, Sicherheit, sequenzierte Schritte, Visuals, Qualitätsprüfungen

Klarheit und Einfachheit

Aktive Verben, klare Sprache, eine Handlung pro Schritt

Zugänglichkeit

Bereitstellung am Einsatzort, visuelle Gestaltung, einfache Aktualisierung

Kontinuierliche Verbesserung

Feedback einholen, regelmäßig aktualisieren, Erkenntnisse integrieren

Einhaltung und Schulung

Einsatz im Onboarding, Audits zur Einhaltung, Aktualisierung nach Prozessänderungen

Fazit

Arbeitsanweisungen sollten als umsetzbare, sehr detaillierte Leitfäden für Mitarbeitende am Shopfloor erstellt werden und sich strikt an der Struktur und dem Kontext übergeordneter Verfahren und Prozesse orientieren. Ihre Erstellung muss kollaborativ, visuell und iterativ erfolgen, um sowohl operative Konsistenz als auch kontinuierliche Verbesserung zu ermöglichen.

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